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Die Geschichte der Pfarkirche St. Bonifaz, Erlangen

Der Bau der St. Bonifaz-Kirche war in Erlangen der erste Kirchenneubau des 20. Jahrhunderts. Erster Pfarrer war der spätere Dekan und Prälat Ambros Neundörfer. Ab 1934 als Seelsorger und ab 1940 als Pfarrer von St. Bonifaz hatte er mit seinen zeitweise bis zu drei Kaplänen eine riesige Gemeinde zu betreuen. In den nach dem Zweiten Weltkrieg sich entwickelnden Wohngebieten entstanden unter seiner Initiative in den 60er und 70er Jahren die Pfarreien St. Sebald, Heilig Kreuz und St. Theresia.

Das Gebiet der Pfarrei St. Bonifaz erstreckt sich heute über weite Teile der Erlanger Innenstadt und des Stadtsüdens. So bildet im Norden der Straßenzug der Inneren Brucker-, Friedrich-, Luitpold- und Drausnickstraße die Grenze zur Erlanger Urpfarrei Herz-Jesu. Die Grenze zu St. Sebald im Südosten verläuft östlich der Nürnberger Straße in der Komotauer Straße. Zur Pfarrei Heilig Kreuz bildet im Süden die Paul-Gossen-Straße (bis zur Koldestraße) und im Westen die Äußere Brucker Straße ab dem Zentralfriedhof die Grenze. Das Gebiet von St. Theresia umfaßt Sieglitzhof, die Buckenhofer Siedlung und Buckenhof. Auf dem Kirchengrundstück, das einst für den Bau von Kirche und sozialen Einrichtungen bestimmt war, entstanden erst nach Kriegsende südlich von Kirche und dem 1949 erbauten (neuen) Pfarrhaus mehrere Gebäude für soziale Zwecke. Diese erhielten schließlich im Jahre 1987 mit dem Neubau des "Hauses Kirchlicher Dienste" und dem Pfarr- und Jugendheim St. Bonifaz ihre zeitgemäße Gestalt. Ein markantes Gebäude in diesem Bereich ist das Pacellihaus, das - zu Beginn der 50er Jahre errichtet und Anfang der 80er Jahre neu gebaut - zum Zentrum der katholischen Studentenschaft in Erlangen wurde (Katholische Hochschulgemeinde KHG). St. Bonifaz ist durch die sonntäglichen Universitätsgottesdienste in diese zentrale Funktion unmittelbar mit eingebunden. Die dominierende Fassade und die günstige Lage - nur drei Gehminuten vom Neuen Markt - machen die Kirche heute zu einem gern besuchten Ort des stillen Gebets. Wann immer man während des Tages das Gotteshaus betritt, man wird immer jemand antreffen - im Gebet vertieft oder einfach nur in stiller Andacht die Atmosphäre des Kirchenraums auf sich wirken lassend.

Text: Norbert Richter